27.01.2010 - 20:00
Vorbildliche Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz
Die Genfer Baufirma Démolition et
Maintenance de Bâtiments (DMB), die Helvetia Versicherungen und Post
Logistics werden für ihr Engagement für gesunde Arbeitsplätze
ausgezeichnet. Sie erhalten den Preis «Gesundheit und Betrieb», der von
der Europäischen Vereinigung für Gesundheitsförderung verliehen wird.
Schlechte Arbeitsbedingungen können krank machen. Rund ein Drittel der Berufstätigen in der Schweiz gibt an, ihre Gesundheit werde durch ihre Arbeit beeinträchtigt. Im Durchschnitt sind die Arbeitnehmenden in der Schweiz denn auch 6,5 Tage im Jahr krank. Die volkswirtschaftlichen Kosten dieser Absenzen gehen in die Milliarden. Deshalb zahlt sich Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz aus – für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so gut wie für die Firmen.
Unternehmen, die sich in der betrieblichen Gesundheitsförderung besonders hervortun, werden mit dem Preis «Gesundheit und Betrieb» ausgezeichnet. Seit 1992 vergibt die Sektion Schweiz der Europäischen Vereinigung für Gesundheitsförderung AEPS zusammen mit der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz und der Suva jährlich drei Preise mit einem Gesamtwert von 30’000 Franken. Ausgezeichnet werden Gesundheitsförderungs- und Präventionsprogramme von Firmen, Verwaltungen oder anderen Institutionen, welche die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden nachweislich verbessern und zugleich Kosten sparen.
Integration portugiesischer Teilzeitmitarbeiter
Der erste Preis «Gesundheit und Betrieb» 2010 geht an das Genfer Unternehmen Démolition et Maintenance de Bâtiments (DMB), das sich auf Unterhalt und Renovation von Gebäuden spezialisiert hat. Ausgezeichnet wurde das Programm «Aufnahme und Integration», durch das sich die Häufigkeit von Unfällen sowie die Absenzenquote bei ausländischen Temporärmitarbeitenden verringern liessen. Ein willkommener Nebeneffekt des erfolgreichen Präventionsprogramms: Die Prämien für die Unfallversicherung (UVG) wurden um 50% gesenkt. Hauptbestandteil des Programms ist die persönliche Betreuung der ausländischen Mitarbeiter, von denen viele aus Portugal stammen. Ziel ist es, kulturelle Brücke zu schlagen und die Mitarbeiter auf Zeit mit der Gesundheits- und Sicherheitskultur des Unternehmens vertraut zu machen. «Dank des Programms konnten wir erreichen», so Stefan Müller, Leiter Betrieb von DMB, «dass Temporärmitarbeiter heute gar weniger Absenzen aufweisen als die Festangestellten und auch weniger Gesundheitskosten verursachen als diese.»
Motivation für Bewegungsmuffel
Mir dem zweiten Preis ausgezeichnet wurde das «Multi-modulare Gesundheitsförderungsprogramm für Mitarbeitende 40plus» der Helvetia Versicherungen. Es soll dazu beitragen, speziell die Fitness von Menschen über 40 zu fördern. Mitarbeitende, die sich zum Teil wenig gesundheitsbewusst verhalten und einen bewegungsarmen Lebensstil pflegen. Konkret können sich Helvetia-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeiter während 12 Wochen ihr persönliches Fitnessprogramm zusammenstellen. Zur Wahl stehen 29 Angeboten – von der Aqua-Fit-Schnupperlektion, über eine Ernährungsanalyse bis zu Anlässen für die ganze Familie.
Gegen Rückenschmerzen beim Pakete Sortieren
Ebenfalls einen zweiten Preis erhält die Firma Post Logistics, ein Unternehmen der Schweizerischen Post. Ausgezeichnet wurde das Programm «Betriebsphysiotherapie – Bewegung ist möglich – immer!». Hintergrund: Das Abholen und Sortieren von Paketen kann zu Rückenschmerzen und Schmerzen am Bewegungsapparat führen - mit entsprechenden Folgeschäden. Das Präventionsprogramm, das diesen gesundheitlichen Problemen entgegenwirkt, geht von einer Analyse der Arbeitsplätze durch Betriebsphysiotherapeuten aus. Sie leiten die Mitarbeitenden von Post Logistics in einem ersten Schritt dazu an, sich ergonomisch korrekt verhalten. In einem nächsten Schritt werden zusammen mit den Vorgesetzten organisatorische und strukturelle Verbesserungen entwickelt. Das Programm zeigt Wirkung: Bereits drei Monate nach seinem Start gingen die Absenzen aufgrund von Rückenschmerzen und Schmerzen am Bewegungsapparat zurück.
Die Jury, die über die Vergabe der «Gesundheit und Betrieb»-Preise entscheidet, ist aus Fachleute der Suva, der Universität Lausanne und von Gesundheitsförderung Schweiz zusammengesetzt. Die Stifterin der Preise, die Europäische Vereinigung für Gesundheitsförderung (Association Européenne pour la Promotion de la Santé) AEPS, ist eine internationale Vereinigung mit Sitz in Brüssel. Sie wurde 1970 gegründet und feiert dieses Jahr ihr 40. Jubiläum. Die Vereinigung setzt sich für finanziell und sozial lohnende Investitionen in die betriebliche Gesundheitsförderung ein. Zu den Gründungsmitgliedern zählte unter anderen der ehemalige französische Gesundheitsminister Paul Ribeyre. Der aktuelle Präsident der Vereinigung, Roger Darioli, ist Professor für Medizin an der Universität Lausanne. Er steht auch der Sektion Schweiz der AEPS vor.
Weitere Auskünfte erteilt
Prof. Roger Darioli, Präsident Sektion Schweiz der AEPS
021 692 50 95
079 787 61 12
http://www.aeps-ch.org
Schlechte Arbeitsbedingungen können krank machen. Rund ein Drittel der Berufstätigen in der Schweiz gibt an, ihre Gesundheit werde durch ihre Arbeit beeinträchtigt. Im Durchschnitt sind die Arbeitnehmenden in der Schweiz denn auch 6,5 Tage im Jahr krank. Die volkswirtschaftlichen Kosten dieser Absenzen gehen in die Milliarden. Deshalb zahlt sich Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz aus – für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so gut wie für die Firmen.
Unternehmen, die sich in der betrieblichen Gesundheitsförderung besonders hervortun, werden mit dem Preis «Gesundheit und Betrieb» ausgezeichnet. Seit 1992 vergibt die Sektion Schweiz der Europäischen Vereinigung für Gesundheitsförderung AEPS zusammen mit der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz und der Suva jährlich drei Preise mit einem Gesamtwert von 30’000 Franken. Ausgezeichnet werden Gesundheitsförderungs- und Präventionsprogramme von Firmen, Verwaltungen oder anderen Institutionen, welche die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden nachweislich verbessern und zugleich Kosten sparen.
Integration portugiesischer Teilzeitmitarbeiter
Der erste Preis «Gesundheit und Betrieb» 2010 geht an das Genfer Unternehmen Démolition et Maintenance de Bâtiments (DMB), das sich auf Unterhalt und Renovation von Gebäuden spezialisiert hat. Ausgezeichnet wurde das Programm «Aufnahme und Integration», durch das sich die Häufigkeit von Unfällen sowie die Absenzenquote bei ausländischen Temporärmitarbeitenden verringern liessen. Ein willkommener Nebeneffekt des erfolgreichen Präventionsprogramms: Die Prämien für die Unfallversicherung (UVG) wurden um 50% gesenkt. Hauptbestandteil des Programms ist die persönliche Betreuung der ausländischen Mitarbeiter, von denen viele aus Portugal stammen. Ziel ist es, kulturelle Brücke zu schlagen und die Mitarbeiter auf Zeit mit der Gesundheits- und Sicherheitskultur des Unternehmens vertraut zu machen. «Dank des Programms konnten wir erreichen», so Stefan Müller, Leiter Betrieb von DMB, «dass Temporärmitarbeiter heute gar weniger Absenzen aufweisen als die Festangestellten und auch weniger Gesundheitskosten verursachen als diese.»
Motivation für Bewegungsmuffel
Mir dem zweiten Preis ausgezeichnet wurde das «Multi-modulare Gesundheitsförderungsprogramm für Mitarbeitende 40plus» der Helvetia Versicherungen. Es soll dazu beitragen, speziell die Fitness von Menschen über 40 zu fördern. Mitarbeitende, die sich zum Teil wenig gesundheitsbewusst verhalten und einen bewegungsarmen Lebensstil pflegen. Konkret können sich Helvetia-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeiter während 12 Wochen ihr persönliches Fitnessprogramm zusammenstellen. Zur Wahl stehen 29 Angeboten – von der Aqua-Fit-Schnupperlektion, über eine Ernährungsanalyse bis zu Anlässen für die ganze Familie.
Gegen Rückenschmerzen beim Pakete Sortieren
Ebenfalls einen zweiten Preis erhält die Firma Post Logistics, ein Unternehmen der Schweizerischen Post. Ausgezeichnet wurde das Programm «Betriebsphysiotherapie – Bewegung ist möglich – immer!». Hintergrund: Das Abholen und Sortieren von Paketen kann zu Rückenschmerzen und Schmerzen am Bewegungsapparat führen - mit entsprechenden Folgeschäden. Das Präventionsprogramm, das diesen gesundheitlichen Problemen entgegenwirkt, geht von einer Analyse der Arbeitsplätze durch Betriebsphysiotherapeuten aus. Sie leiten die Mitarbeitenden von Post Logistics in einem ersten Schritt dazu an, sich ergonomisch korrekt verhalten. In einem nächsten Schritt werden zusammen mit den Vorgesetzten organisatorische und strukturelle Verbesserungen entwickelt. Das Programm zeigt Wirkung: Bereits drei Monate nach seinem Start gingen die Absenzen aufgrund von Rückenschmerzen und Schmerzen am Bewegungsapparat zurück.
Die Jury, die über die Vergabe der «Gesundheit und Betrieb»-Preise entscheidet, ist aus Fachleute der Suva, der Universität Lausanne und von Gesundheitsförderung Schweiz zusammengesetzt. Die Stifterin der Preise, die Europäische Vereinigung für Gesundheitsförderung (Association Européenne pour la Promotion de la Santé) AEPS, ist eine internationale Vereinigung mit Sitz in Brüssel. Sie wurde 1970 gegründet und feiert dieses Jahr ihr 40. Jubiläum. Die Vereinigung setzt sich für finanziell und sozial lohnende Investitionen in die betriebliche Gesundheitsförderung ein. Zu den Gründungsmitgliedern zählte unter anderen der ehemalige französische Gesundheitsminister Paul Ribeyre. Der aktuelle Präsident der Vereinigung, Roger Darioli, ist Professor für Medizin an der Universität Lausanne. Er steht auch der Sektion Schweiz der AEPS vor.
Weitere Auskünfte erteilt
Prof. Roger Darioli, Präsident Sektion Schweiz der AEPS
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079 787 61 12
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